Events. Schloss Neubeuern.

Weihnachtsfeier 2025

11.12.2025
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Das Hinterhörer Krippenspiel

Zum Abschied des Jubiläumsjahres feierten wir Weihnachten, in Neubeurer Tradition, mit dem Hinterhörer-Krippenspiel.
Schon zum Festakt im Juli des Jahres 2025 schafften es Christina Antholzner (Oberstu-fenkoordinatorin) und Christina Rothmayer (Musiklehrerin), die Gäste mit einem Theaterstück zu begeistern. Zur Elternweihnachtsfeier am 11. Dezember erlebten die 300 Gäste mit einer eigenen Interpretation des Hinterhörer-Krippen-spiels von Rudolf Borchardt nun einen ebenso würdigen Abschied zum Ende des 100-jährigen Jubiläumsjahres.

Ottonie von Degenfeld-Schonburg richtete im Jahr 1920 einen Herzenswunsch an den Dich-ter und Schriftsteller Rudolf Borchardt – einem engen Freund der Familie auf Schloss Neubeuern. Er möge doch ein Krippenspiel für ihre damals elfjährige Tochter Marie-Therese schreiben. Gerne erfüllte er ihr diesen Wunsch und so schrieb er als Gast auf Gut Hinterhör das „Hinterhörer-Krippenspiel”, welches am 18. Dezember 1922 in Kiel uraufgeführt wurde. Unter der Regie von Wieland Goldberg wurde es erstmals in der Neubeurer Schlosskapelle auf-geführt, was schließlich zu einer Tradition wurde. Einige Male wagten sich Lehrer wie Schüler an die Aufführung, die den Kindern sprachlich einiges abverlangt. So auch in diesem Jahr – was könnte es für einen schöneren Abschluss zu unserem Jubiläumsjahr geben?

Christina Rothmayer und Christina Antholzner gefiel der Gedanke, diese Idee in die Tat umzusetzen, obwohl das Stück in seiner originalen Version nicht leicht einzuüben ist. Doch nicht nur die kurze Vorbereitungszeit stellte eine Herausforderung dar – leider kam zu Beginn des Schuljahres auch keine Theatergilde zustande – die Schüler hatten sie nicht gewählt. Doch den Gedanken so einfach aufgeben – das wollten die beiden nicht. Kurzerhand schnappte sich Christine Antholzner das Skript und fasste das Krippenspiel in drei wesentlichen Szenen zusammen und ging direkt auf einzelne Schüler zu und konnte sie tatsächlich für diese Inszenierung begeistern. Gemeinsam mit dem musikalischen Ensemble von Christina Rothmayer wurde aus dieser spontanen Idee eine sehr gelungene Aufführung eines Auszuges des Hinterhörer-Krippenspiels.

Zum Start dieses Schuljahres freute sich unsere Schule über viele neue Mitschüler. Die Weihnachtsfeier wurde dadurch zu einer großen Herausforderung – wie schafft man es, Programm und Menü für so viele Gäste in drei Sälen gleichwertig zu gestalten?

Drei Säle – Drei Könige – Drei Szenen

So lautete schließlich das Konzept für diese Frage – Und das Ganze mit einem musikalisch untermalten Prolog in der Schlosskapelle. Das Programm in der Kapelle startete aus Platzgrün-den um 17.30 Uhr und wurde um 18.30 Uhr wiederholt. In der Zwischenzeit veranstalteten die Schüler mit ihren Mentoren einen Weihnachtsbasar, mit dem sie bei einem weihnachtlichen Get-together im MINT-Zentrum Spenden für die Kinder im Gazastreifen sammelten. Vor dem MINT-Zentrum leuchtete dazu der Stern von Bethlehem auf der Spitze des leidgeprüften Brunnens. In dieser traditionsreichen Stimmung wurden Glühwein und Punsch angeboten und die winterliche Atmosphäre auf der Südterrasse genossen. Schließlich wurden im Schloss Bibliothek, Speisesaal und Festsaal geöffnet und die 300 Gäste verteilten sich an den festlich dekorierten Tischen.

In jedem Saal eine Bühne.
Nach der „Weihnachtspastorale” von Arcangelo Corelli spielte die erste Szene „Maria und Joseph im Stall” auf der Festsaalbühne.
Auch in der Bibliothek war eigens eine kleine Bühne aufgebaut, auf der nach einem kleinen Zwischengericht die zweite Szene „Der Besuch der Hirten” vorgetragen wurde. Eingeleitet von einem Musikstück „Jetzt fangen wir zum Sin-gen an” von Tobi Reiser.
Im Speisesaal war eine weitere Bühne aufgebaut, auf der zunächst das „Menuett der Freundschaft” von Hans Wiesholzer aufgeführt wurde und dann die dritte Szene „Der Besuch der Heiligen Drei Könige” den Abschluss der Aufführung krönte.

Der Ton wurde jeweils in die anderen Säle übertragen – wer zuschauen wollte, musste sich in den jeweiligen Saal begeben. Das war recht „eng” in diesen Momenten, aber wir hatten uns hierfür entschieden, damit in jedem Raum jeder Gast einmal live von seinem Platz aus zusehen konnte. Das Platzproblem der Weihnachtsfeier wird sich mit wachsender Schülerzahl weiter steigern – aber gerne werden wir hier kreativ und setzen, wie auch in diesem Jahr, auf das Verständnis und die Flexibilität der Gäste, denn in jedem Fall wollen wir es beibehalten, mit allen Schülerinnen und Schülern, ihren Eltern und engsten Freunden gemeinsam Weihnachten zu feiern.

Ein herzlicher Dank gilt Christina Rothmayer und Christina Antholzner, die diesen Abend mit ihren Schülerinnen und Schülern zu einem besonderen Erlebnis gemacht haben. Ein großes Kompliment gilt auch der Küche für das wunderbare, leicht orientalisch angehauchte Menü und dem gesamten Service- und Eventteam. Inklusive unserer Handwerker, die an Tagen wie diesen immer Höchstleistungen vollbringen und über sich selbst hinauswachsen.

Der Abend war ein würdiger und stimmungsvoller Abschied vom hundertsten Jahr des Bestehens der Schule Schloss Neubeuern

Katrin Burkamp